Archiv der Kategorie: Arbeiten in Australien

Port Stephens – Noosa

Schon wieder fast 1 Monat her, dass ich geschrieben habe. In dieser Zeit und ca. 900-1000 km Fahrt ist natürlich einiges passiert. Denkt nicht, wenn ich nichts schreibe für ne weile, dass nichts passiert.
Von Port Stephens bin ich weiter gefahren nach Port Macquarie. Da gab es allerdings nicht viel zu sehen ist zu tun, bis auf den Strand und das Koala-Krankenhaus. Leider durfte man da keinen Koala halten, weil die dort ja alle Patienten sind.

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Medizin für den Koala

Bin dann nach 1 tag weitergefahren nach Coffs Harbour, wo ich in einem Hostel für den halben Zimmerpreis im Auto geschlafen habe und trotzdem alles (Toilette, Duschen, Küche) benutzen durfte inklusive, kostenlosem Surfboard-, Kanu- und Schnorchelverleih. Da hab ich dann zum ersten mal surfen ausprobiert,allerdings ohne Kurs, weshalb sich mein Erfolg in Grenzen hält. Aber Spaß nachts trotzdem. Bei meinen ersten versuchen hab ich mir leider aber auch das hier zugezogen.
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Das wollte einfach nicht richtig heilen und hat dann sogar abgefangen sich zu entzünden. Dann musste ich mir so ein Desinfektionsmittel kaufen und jetzt wird es so langsam besser. Ich muss aber auch dazusagen, dass ich trotz der Wunde immer wieder surfen gegangen bin und das hat ihr wahrscheinlich nicht besonders gut getan.
Na ja, in dem Hostel hab ich auch zwei Niederländerinnen und nen Schweizer kennen gelernt.

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Ich, Frances (England), Faye (Niederlande), Marije (Niederlande), Rhemo (Schweiz)

Mit denen bin ich dann zusammen mit meinem Auto in einen nahe gelegenen Nationalpark (Dorrigo) gefahren. Da sind wir zwei Stunden durch den Regenwald gelaufen und ich habe erste Erfahrungen mit Blutegeln gemacht.
Zu erwähnen wäre, dass mein Auto beim Berg hoch fahren in dem Nationalpark so stark überhitzt ist, dass wir links ranfahren mussten. Ich hab dann die Motorhaube aufgemacht und musste dem Kühlwasser ca. 1 Minute beim kochen zusehen.

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Meine Mitfahrer haben es Gott sei Dank äußerst gelassen genommen

Wir hatten ja auch noch ein 2. Auto gemietet, weil wir insgesamt 8 Leute waren. Das letzte Stück mussten wir danb eben in zwei Gruppen mit dem 2. Auto fahren.
Die Autopanne hat mir natürlich nen ganz schönen Schrecken eingejagt, aber ich konnte erst mal nichts dran ändern, außer Kühlwasser nachfüllen.
Bin dann halt trotzdem weitergefahren nach Yamba, nem kleinen surferdorf. Leider musste ich alleine fahren, weil die Niederländerinnen und der Schweizer schon den greyhound-bus nach yamba gebucht hatten. Aber ich hab de sie dann dort ja wieder getroffen.
Meine Zeit in yamba habe ich ebenfalls hauptsächlich mit surfen (probieren) verbracht. Hier hat ein surfboard aber 10$ am Tag gekostet, was aber immer noch sehr günstig ist.
In yamba war ich dann ungefähr drei Tage lang und bin dann (diesmal mit den drei anderen zusamnen) nach byron bay gefahren. Byron Bay ist fast ausschließlich von Backpackern besiedelt, jedenfalls fühlt es sich so an. Außerdem ist es ein bisschen Hippie-mäßig, was wohl daran liegt, dass 1 Stunde westlich davon ein richtiges Hippie-Dorf namens Nimbin liegt. Da sind wir auch mal an einem Sonntag hingefahren und mir wurde dort in einer halben Stunde, die ich die Hauptstraße entlang gelaufen bin, nicht weniger als 4 mal Gras zum Verkauf angeboten auf offener Straße.
Leider hat sich unsere kleine Reisegruppe dann aber ausgelöst, weil jeder andere Pläne hatte. Ich bin da alleine weitergefahren, nach Surfers Paradise. Aber das einzige, was daran schön ist, ist eigentlich der Name. Der Strand ist ein ewig langer, kerzengerader Strand, wo man noch nicht mal gut surfen kann. Ich dort nur eine Nacht auf nem Parkplatz übernachtet.
Am nächsten Tag bin ich zu einem Wrecker (jemand, der Autos kauft und ausschlachtet) gefahren, weil ich feststellen musste, dass mir auf der Rückbank eine Gurtschnalle gefehlt hat, weshalb ich eigentlich nie mehr als 3 Leute mitnehmen konnte. Die Schnalle hab ich dort für 25 Dollar bekommen.
Danach wäre eigentlich Brisbane (ne Großstadt) gekommen. Ich hatte aber echt überhaupt keine Lust auf Stadt und bin deshalb einfach nur durchgefahren und hab alleine dabei schon 1 Stunde im Stop and Go Verkehr festgesteckt.
Mein nächster Stopp war dann Noosa. Da hab ich Rhemo und Faye am Strand kurz wiedergetroffen. Ich habe drei Nächte im Auto auf einem Parkplatz am Strand verbracht, wo campen eigentlich verboten war (500 Dollar Strafe), hab aber nie nen Ranger gesehen.
Ach so: Hab ich eigentlich erwähnt, dass ich im Lotto gewonnen habe und mir ein Haus mit 20 Hektar Land für 1,3 Millionen Dollar gekauft hab?

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riesengroßer Billiardtisch

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Wohnzimmer mit Riesenfernseher

Palmgarten, Pool usw. ist natürlich auch dabei.
Na ja, um ehrlich zu sein, hab ich hier nur für ne Woche gewwooft (arbeiten für Unterkunft und essen).
Ich wollte mir ein neues Bett in mein Auto bauen und dazu brauche ich ja Werkzeug und Platz zum Bauen. Das alte Bett hat mir nicht gefallen, weil es nur halb so breit war, wie das Auto und schlecht konstruiert war. Also hab ich einfach den nächstbesten aus dem Wwoofing-Buch, das ich mit dem Auto bekommen habe, angerufen und hatte richtig Glück. Das war nämlich ein deutscher (zwar auf harley davidson spezialisierter) Mechaniker, der hier schon 23 has Jahre lebt. Der hatte erstens ungefähr drei Garagen (ungefähr jede einzelne mit Werkzeug ausgerüstet), wo ich mich ausbreiten konnte zum Bauen und zweitens hatte er holz, das er mir kostenlos gegeben hat. Außerdem kannte er sämtliche Mechaniker in Noosa, wodurch ich mein Überhitzungsproblem für 100 Dollar beseitigt bekam, was normalerweise ca. 300 gekostet hätte.

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Ich beim Bauen, im Hintergrund das fast fertige Bett im Auto

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Bauplan des Bettes, wurde letztendlich aber ein bisschen anders als geplant

Ich hab dann immer so von morgens 9 bis mittags 3 im Garten gearbeitet und dann bis meistens ca. 12 Uhr nachts an meinem Bett bzw. dem Auto selbst geschraubt.
Übrigens hab ich auch Stoff und ne Nähmaschine bekommen, sodass ich mir Vorhänge für ins Auto nahe nähen konnte.
Leider gehörte zu den Hauptaufgaben im Garten Zäune mit ALTÖL streichen und so viele Pflanzen einer bestimmten Art wie möglich mit Gift einsprühen. Mein Hausherr gehörte also nicht wirklich in die Kategorie „Öko“.
Nach einer Woche war das Bett dann fertig und das Auto repariert.
Ich bin dann wieder auf den selben Parkplatz gefahren, wo ich vorher schon war und man wird es nicht glauben, aber am nächsten Morgen hat mich um 6 Uhr tatsächlich ein Ranger wachgemacht und mich freundlicherweise nur verwarnt.
So, den Rest schreib ich mal in nen neuen Beitrag.

Arbeiten, arbeiten und zur Abwechslung auch mal Überstunden

Es gibt leider nichts furchtbar interessantes zu erzählen, obwohl es so  lange her ist, seit ich das letzte mal geschrieben habe.
Seit Sander weg ist, arbeite ich mit nem Engländer zusammen, worüber ich nicht sehr glücklich bin. Nicht weil er Engländer ist, sondern, weil er, selbst für einen neuen im Job, furchtbar langsam und zäh arbeitet. Normalerweise können wir immer extra Pausen einschieben, weil wir schneller als die Maschine arbeiten, aber mir meinem neuen Partner hier (Jamie) kann ich das vergessen.
Ich habe vorletzte Woche 7 Tage gearbeitet und letzte Woche haben wir alle 12-Stunden-Schichten durchgearbeitet, weil es so viel zu tun gab in der Fabrik. Deshalb bin ich für die letzten zwei Wochen, trotz Feiertag, auf 101 Stunden gekommen und hab diese Woche 1900 $ netto bekommen. Das ist zwar ganz schön, aber nach der zweiten Woche waren wir alle einfach totmüde. Dafür fühlen sich die normalen 8-Stunden-Schichten diese Woche wie peanuts an.

Auf dem Bild seht ihr unseren full-time Gabelstaplerfahrer Michael. Ihm ist ne ganze Palette voll Saatgut aufs Dach gefallen, als er an ne andere Palette ran wollte. Ich habe schon lange auf den Tag gewartet, dass das mal passiert. In unserem Lager haben nämlich jede Menge Paletten schon heftig Schlagseite und sehen aus, als würden sie jeden Moment umfallen. Deswegen immer ein wachsames Auge nach oben haben 😨. Michael hat mir auch gesagt, dass es eigentlich nicht erlaubt ist, die Paletten einfach frei aufzustellen, aber Regale sind wohl zu teuer.

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meine bisherige Höchstleistung in 14 Tagen

Stromausfall

Wir haben hier in Corryong gerade seit ein paar Stunden Stromausfall, was mich dazu bringt, mal nochmal was in meinen Blog zu schreiben.

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Eigentlich gibt es nicht sonderlich viel zu erzählen. Es hat sich ein gewisser Alltag geformt. Ich arbeite jede Woche zwischen 40 und 48 (außer wahrscheinlich diese Woche, weil wegen dem Stromausfall ne ganze Schicht ausfällt) und hab am Wochenende 1 oder 2 Tage frei.
Aber ich wollte ja noch kurz erzählen, was mit Sander in Sydney passiert ist:
Er hat wohl mit den anderen beiden Janik und Daniel nen kleinen Streit gehabt und ist, nachdem sie alle drei bei einer Verwandten von Daniel, die in Sydney wohnt, übernachtet haben, abgehauen. Er ist dann mit dem FLUGZEUG (weil der Zug ja zu Mainstream gewesen wäre) zurück nach Albury und von dort mit dem Kurier zurück nach Corryong. Der Flug allein hat ihn ca. 190 $ gekostet, aber er war anscheinend früher zu hause als die anderen beiden, obwohl ich ihn erst gesehen habe, als sie dann auch wieder da waren, alles ein bisschen komisch.
Er muss allerdings auch noch im Krankenhaus in Sydney gewesen sein. Er hat nämlich auch irgendwie Polizisten provoziert, die ihm dann anscheinend den Arm auf den Rücken gedreht haben, sodass er zwei Tage nicht mehr arbeiten konnte.
Übrigens, Sander wird uns nächste Woche Montag verlassen, nicht wegen der Sache in Sydney, sondern weil sein Visum diesen Monat abläuft. Wir werden dann voraussichtlich nur noch zu dritt im Haus wohnen, weil der Backpacker, der als Ersatz für Sander kommen wird, wird woanders wohnen.

Ich wollte euch auch kurz noch mal an Hand von Bildern (Senfsamen) veranschaulichen, was wir hier in der Fabrik machen

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Samen vor dem Reinigungsprozess
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Samen nach dem Reinigungsprozess

Neujahrsgrüße

Zunächst einmal ein frohes neues Jahr an alle. Ich habe den Jahreswechsel ziemlich ruhig von statten gehen lassen, was mehrere Gründe hatte:
1. war ich wie so oft in letzter Zeit müde von der Arbeit und habe meine zwei freien Tage zum entspannen genutzt.
2. sind die drei anderen Backpacker, mit denen ich zusammen wohne, zu Silvester nach Sydney gefahren. Sie haben sich dafür extra am Tag davor noch schnell ein neues Auto (Holden Kombi, gebraucht natürlich) gekauft und sind nach ihrer letzten Schicht sofort losgefahren. Die hätten mich auch garantiert mitgenommen, aber die mussten so schon zu dritt in diesem Kombi schlafen, sodass ich wahrscheinlich hätte auf nem Frontsitz schlafen müssen. Außerdem haben sie sich Tickets für eine Party in Sydney gekauft, die jeweils 140 $ gekostet haben, was mir auch einfach zu teuer war, zumal dann noch keine Getränke bezahlt sind.
Das beste war dann, als sie nach Hause gekommen sind – und das hat uns Gesprächsstoff für die letzten zwei Tage geliefert – waren sie einer weniger. Sie haben Sänger (den Niederländer) in Sydney offensichtlich nach einer kleinen Streitigkeit verloren. Sie haben mir immer noch nicht die ganze Geschichte erzählt und ich habe auch Sanders Version noch nicht gehört. Jedenfalls ist Sander dann einen Tag später als die anderen wieder in Corryong (und zwar im Krankenhaus) wieder aufgetaucht. Es geht um gut und er ist inzwischen wieder zurück in unserem Haus, aber was genau passiert ist werde ich wenn überhaupt erst die nächsten Tage erfahren. Jedenfalls hat Sander durch seine Verspätung den Arbeitsplan unseres Chefes, der übrigens gar nicht böse darüber war und das ziemlich locker genommen hat, fürs neue Jahr ersr Mal vollkommen zu Nichte gemacht.
Ab nächster Woche werden Sander und ich dann aber wahrscheinlich zusammen die Nachtschicht übernehmen (Gott sei Dank, da ist es nämlich kühler). Er ist im Moment nämlich nicht sonderlich gut auf die anderen zu sprechen.
In Australien ist es übrigens nicht erlaubt eigene Feuerwerkskörper zu zünden, wegen der hohen Waldbrandgefahr.
Noch kurz zur Arbeit:
Die letzte Schicht war etwas anders als gewöhnlich. Wir haben das Saatgut nämlich nicht in 25 kg Säcke abgefüllt, sondern in 1200 kg Säcke. Das ist deutlich weniger Arbeit, weil man einfach nur abwarten muss, bis sich der Tank mit dem gereinigten Saatgut etwas gefüllt hat, um dann eine Förderschnecke einzuschalten, die das Saatgut in den großen Sack beförderd. Sobald der voll ist, wird er verschlossen, gewogen, beschriftet und ins Lager gefahren. Und obwohl ich das eigentlich alleine gemacht habe hatte ich trotzdem jede Menge Pausen zwischendrin. Leider müssen wir nur 20 Tonnen in diese großen Säcke füllen, sodass die nächste Schicht wieder normal ablaufen wird.

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Leere Paletten, um die Säcke draufzustapeln

Frohe Weihnachten

Zunächst einmal wünsche ich allen, die das hier lesen, frohe Weihnachten.
Von mir gibt’s im Moment nicht viel zu berichten. Ich arbeite mindestens 5 Tage Woche, wechsle jede Woche die Schicht und habe auch zu Weihnachten nur einen Tag frei. Den werd ich hauptsächlich zum entspannen nutzen. Danach werde ich wieder die Nachtschicht haben, was mir eigentlich ganz gut passt, weil es tagsüber so warm wird, dass die Arbeit zu einer ziemlichen Qual macht. Ein Paar neue da Sachen von der Arbeit gibt’s allerdings: Erstens darf ich seit ungefähr letzter Woche Gabelstapler fahren und zum Beispiel die Paletten voll Saatgutsäcken (je 1 Tonne pro Palette) wegbringen und mit ner Maschine mit Folie umwickeln. In Australien ist es nämlich so, dass, wenn die Aufsicht habende Person einen Führerschein für den Gabelstapler besitzt, alle restlichen Arbeiter unter seiner Aufsicht auch Gabelstapler fahren dürfen. Allerdings wird das mit der Aufsicht bei uns in der Firma nicht so genau genommen und unser Schichtleiter geht ab und zu beispielsweise einfach mal einkaufen oder so, während wir weiterarbeiten.
Gleiches gilt eigentlich auch für den Teleskoplader, mit dem das Saatgut in die Reinigungsmaschine geworfen wird. Ich glaube aber nicht, dass ich den jemals fahren werde, den irgendwas muss der Chef ja können, was ihn als Chef auszeichnet ;).
Zweitens hab ich jetzt nach zwei Wochen Arbeit in der Fabrik meinen ersten Lohn bekommen und weiß jetzt endlich genau, wie viel ich pro Stunde verdiene (das hat bis dahin noch nicht ganz festgestanden, nur, dass es mehr als 22 $/h sein würde). Ich verdiene jetzt 24,25 $/h und habe für zwei Wochen 2100 $ brutto und 1700 $ netto bekommen (aber ich bekomme ja sowieso alle Steuern zurück, wenn ich Australien verlasse und den entsprechenden Antrag stelle).

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Stechkarte Vorderseite
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Stechkarte Rückseite

Endlich ein Job, bei dem Stunden und dementsprechend auch Geld zusammenkommt.
Hier nochmal der Grund, weshalb wir bei der Arbeit Staubmasken tragen müssen, auf den Punkt gebracht.
Man könnte ja meinen, ich würde braun werden, hier in Australien, aber derzeit werde ich einfach nur dreckig, vom Staub, der in der Luft hängt.

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Bräunungsgrenzen?!?

Noch zu meinen Mitbewohnern, die ich zwar mal kurz erwähnt hatte, aber ohne Namen glaube ich.
Daniel und Janik (beide Deutsche, aber Daniel spricht auch fließend holländisch) teilen sich ein Zimmer während Sander (Niederlande) ebenfalls ein Einzelzimmer hat. Ich habe bisher immer mit Daniel zusammengesrbeitet und hoffe auch, dass das so bleibt, weil wir ziemlich gut zusammenarbeiten.
Eigentlich wollten die drei mit dem Auto kommen, das sich Daniel und Janik zusammen gekauft haben (Sander haben sie erst beim Reisen getroffen und mitgenommen), aber auf dem Weg nach Corryong sind sie liegen geblieben, weil die Zylinderkopfdichtung kaputt war. Jetzt haben sie das Auto an John (von der Saatgutfabrik) verkauft und noch 350 $ dafür bekommem. Und ich dachte, ich könnte mit den anderen auf die Arbeit fahren. Na ja, auch egal…

Genießt die Feiertage

Arbeit in der Saatgutfabrik

Ich hab jetzt ne Woche in der Saatgutfabrik in Corryong gearbeitet und ich muß sagen, es is richtig gut. Es is nicht sehr abwechslungsreich, aber der Chef der Mittagsschicht (John) ist richtig nett und locker drauf. Wir können Pause machen, wann immer wir wollen, solange wir am Ende alles abgefüllt haben, was für diese Schicht geplant war. Das ist eigentlich ziemlich leicht, weil die Maschine, die das Saatgut reinigt, ziemlich langsam ist und meistens einer reicht, der die Abfüllmaschine bedient. Wir sind aber meistens zu zweit an der Maschine, so dass einer immer Pause machen kann, wenn er denn will und trotzdem für die Zeit bezahlt wird. Es soll aber angeblich die nächsten Wochen schwerer werden, wenn die Maschine schneller läuft.
Wir füllen die ganze Zeit irgendwelche Grassamen ab. Die sehen immer gleich aus und stauben teilweise ganz ordentlich, weshalb wir Staubmasken bei der Arbeit tragen müssen.

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Stapeln der Säcke auf Paletten

Nächste Woche werde ich die Nachtschicht haben, was an sich denk ich mal nicht so schlimm ist, aber ich arbeite dann nicht mehr mit John zusammen. Der hat uns nach der Arbeit immer nach Hause gefahren und mit uns nach der Schicht immer noch n Kaffee in der Fabrik getrunken, damit wir mehr Stunden auf unsere Stechkarte bekommen 😁😇.

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Abfüllstation

Erstes Geld verdient

Es tut mir Leid, dass ich so lange nicht mehr geschrieben habe.

Inzwischen natürlich einiges passiert.

Zu allererst habe ich inzwischen mein erstes in Australien verdientes Geld auf dem Konto.
Es ist nicht wirklich viel, was aber daran hängt dass ich nur alle zwei Wochen bezahlt werde und ich vor dem letzten Zahltag nur 2 relativ kurze Schichten gearbeitet habe.

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Screenshot von meinem online-konto

Ich arbeite für eine Firma namens installex. Wir bauen Ausstellungen, Feste und sonstige Veranstaltungen auf und ab. Bisher habe ich fast nur im Melbourne exhibition center gearbeitet. Das sind hauptsächlich große Hallen, in denen Ausstellungen und Messen abgehalten werden.
Eine meiner Hauptaufgaben bisher war, 1 Quadratmeter große Teppiche in diesen manchmal mehrere 1000 Quadratmeter großen Hallen auszulegen, um in Anschluß dann Stände darauf zu bauen.

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Hier ein schneller Schnappschuss von einer der größeren Hallen beim Abbauen einer Messe zum Thema Babys, Kinder und Kindererziehung. Auf dem Bild sind nur etwa 2/3 der Halle zu sehen, weil ich nicht ganz am Rand gestanden habe.
Die Teppiche müssen leider nach jeder wieder aufgehoben werden und für die nächste Messe in einem anderen Muster wieder ausgelegt werden. Deshalb kommt es von Zeit zu Zeit zu Schichten, die folgendermaßen ausgebaut sind :

00:30 Uhr Arbeitsbeginn

Bis 8:30 ausschließlich Teppiche auslegen (Pause von 3:00 bis 3:30 und 7:00 bis 7:15)

Bis 12:30 Strände aufbauen (keine Pausen)

Ich denke aus dieser Schichtbeschreibung lässt sich erkennen, dass ich nicht fürs Denken bezahlt werde.
Der Lohn beträgt 21,09 $/h brutto (ca. 16,50 $/h netto), was hier in Australien eher so die untere Lohngrenze ist.

Der Lohn und die teilweise sehr eintönige Arbeit sind der Grund, warum ich weiter nach besserer Arbeit suchen werde.

Des Weiteren habe ich das Melbourne Museum besucht und für dieses Wochenende (1. bis 3. November) ist eine Tour zur Great Ocean Road geplant. Wir sind 8 Leute und werden uns einen Van mieten.