Neujahrsgrüße

Zunächst einmal ein frohes neues Jahr an alle. Ich habe den Jahreswechsel ziemlich ruhig von statten gehen lassen, was mehrere Gründe hatte:
1. war ich wie so oft in letzter Zeit müde von der Arbeit und habe meine zwei freien Tage zum entspannen genutzt.
2. sind die drei anderen Backpacker, mit denen ich zusammen wohne, zu Silvester nach Sydney gefahren. Sie haben sich dafür extra am Tag davor noch schnell ein neues Auto (Holden Kombi, gebraucht natürlich) gekauft und sind nach ihrer letzten Schicht sofort losgefahren. Die hätten mich auch garantiert mitgenommen, aber die mussten so schon zu dritt in diesem Kombi schlafen, sodass ich wahrscheinlich hätte auf nem Frontsitz schlafen müssen. Außerdem haben sie sich Tickets für eine Party in Sydney gekauft, die jeweils 140 $ gekostet haben, was mir auch einfach zu teuer war, zumal dann noch keine Getränke bezahlt sind.
Das beste war dann, als sie nach Hause gekommen sind – und das hat uns Gesprächsstoff für die letzten zwei Tage geliefert – waren sie einer weniger. Sie haben Sänger (den Niederländer) in Sydney offensichtlich nach einer kleinen Streitigkeit verloren. Sie haben mir immer noch nicht die ganze Geschichte erzählt und ich habe auch Sanders Version noch nicht gehört. Jedenfalls ist Sander dann einen Tag später als die anderen wieder in Corryong (und zwar im Krankenhaus) wieder aufgetaucht. Es geht um gut und er ist inzwischen wieder zurück in unserem Haus, aber was genau passiert ist werde ich wenn überhaupt erst die nächsten Tage erfahren. Jedenfalls hat Sander durch seine Verspätung den Arbeitsplan unseres Chefes, der übrigens gar nicht böse darüber war und das ziemlich locker genommen hat, fürs neue Jahr ersr Mal vollkommen zu Nichte gemacht.
Ab nächster Woche werden Sander und ich dann aber wahrscheinlich zusammen die Nachtschicht übernehmen (Gott sei Dank, da ist es nämlich kühler). Er ist im Moment nämlich nicht sonderlich gut auf die anderen zu sprechen.
In Australien ist es übrigens nicht erlaubt eigene Feuerwerkskörper zu zünden, wegen der hohen Waldbrandgefahr.
Noch kurz zur Arbeit:
Die letzte Schicht war etwas anders als gewöhnlich. Wir haben das Saatgut nämlich nicht in 25 kg Säcke abgefüllt, sondern in 1200 kg Säcke. Das ist deutlich weniger Arbeit, weil man einfach nur abwarten muss, bis sich der Tank mit dem gereinigten Saatgut etwas gefüllt hat, um dann eine Förderschnecke einzuschalten, die das Saatgut in den großen Sack beförderd. Sobald der voll ist, wird er verschlossen, gewogen, beschriftet und ins Lager gefahren. Und obwohl ich das eigentlich alleine gemacht habe hatte ich trotzdem jede Menge Pausen zwischendrin. Leider müssen wir nur 20 Tonnen in diese großen Säcke füllen, sodass die nächste Schicht wieder normal ablaufen wird.

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Leere Paletten, um die Säcke draufzustapeln

3 Gedanken zu „Neujahrsgrüße“

  1. Hallo Merlin
    ein gutes neues Jahr nach Australien.
    Ab und zu schaue ich auf deine Internetseite um zu erfahren was es so an Neuigkeiten am anderen Ende der Welt gibt.
    Besonders gespannt sind wir was mit Sander in Sydney passiert ist.
    Ich hoffe der erzählt was während eurer Nachtschicht.
    Dann hätte ich noch eine Frage:
    Welches Saatgut füllt ihr ab?

    Übrigens, gestern am Sonntag, hat bei uns die Sonne geschienen und die Bienen sind zum ersten Mal für dieses Jahr geflogen.

    Gruß aus Wittersheim
    Anette und Martin

    1. Hallo Martin,

      die Geschichte mit Sander erzähle ich mal in nem gesonderten Artikel.
      Zum Saatgut:
      Ich gehe mal davon aus, dass die Frage unter anderem darauf abzielt, ob wir für Bienen relevantes Saatgut abfüllen?!?
      Bis genau zu dem Tag, an dem du den Kommentar geschrieben hast haben wir immer nur Grassamen (englisch: Ryegrass) und manchmal Hafer abgefüllt, also vollkommen für Bienen uninteressantes Zeug abgefüllt. Aber dann haben wir plötzlich Senf, sogar in Lebensmittelqualitat, abgefüllt, aber nur vielleicht 20-25 Tonnen. Da musste vorher die ganze Maschine super sauber (im Vergleich zu sonst beim Saatgutwechsel) gemacht werden. Wir haben inzwischen wieder zu Ryegrass gewechselt.
      Zum Hafer: hört bloß auf Hafer zu essen. Der Haferstaub juckt auf der Haut, dass man sich die Haut am liebsten von Leibe kratzen möchte.

      Gruß

      Merlin

  2. Hallo Merlin,
    ich lese deine Seite mit großem Neid und freue mich für deine Erfahrungen. Alles Gute im Jahr 2015.

    Grüße aus Oberwürzbach
    Werner

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