Newcastle — Port Stephens

Von dem kostenlosen Campingplatz, den ich beim letzten Mal erwähnt habe, bin ich gestern dann weiter nach Newcastle gefahren, wo ich mich dann doch noch einmal für eine Nacht in ein Hostel eingebucht habe.
Ich musste nämlich das Auto ein wenig aufräumen und auch so ziemlich alle Sachen, die ich zu dem Auto dazubekommen habe (Teller, Besteck, Toaster, usw) mal putzen.
In dem Hostel hab ich nen anderen deutschen Backpacker getroffen, der sich auch gerade letzte Woche ein Auto gekauft hat, von sydney nach Newcastle gefahren ist und jetzt schon die nächste Werkstatt aufsuchen muss, weil sein Auto ständig überhitzt.
Das macht mir ehrlich gesagt ein bisschen Angst, dass mir es genau so gehen könnte. Aber bisher ist noch alles ok und ich hab das Auto ja von nem Mechaniker durchchecken lassen und der hat auch das Kühlsystem gecheckt.
Mit dem gestrandeten Backpacker bin ich mittags erst mal ans Meer gefahren, das sogar relativ wann war.
Am nächsten Tag, also heute, bin ich nach Port Stephens (ca. 1 Stunde Fahrt von Newcastle) gefahren und dort erst mal zu NRMA.
NRMA bietet Autoversicherungen an. Man schließt in Australien zwar schon bei der Registrierung des Autos verpflichtend eine Versicherung ab, diese kommt allerdings ausschließlich für von mir verursachte Personenschäden auf, nicht aber für den unter Umständen bei einem Unfall verursachten Sachschaden.
Deshalb hab ich heute noch ne Versicherung für Sachschaden an fremdem Eigentum (d. h. mein Auto ist da nicht mit eingeschlossen, weil sich das auf Grund des alters des auros nicht lohnen würde) abgeschlossen.
Ich hoffe echt, dass ich jetzt alles wichtige erledigt habe.
Von NRMA bin ich dann an nen Strand in Port Stephens (Anna Bay) gefahren, wo man sandboarden kann. Man wird mit nem Allrad-Bus zu den Sanddünen gefahren und kann die dann mit einer Art Bett wie mit einem Snowboard runterfahren.
Ich muss leider sagen, dass das lange nicht so geil ist wie snowboarden, aber es muss wohl als Ersatz für den diesjährigen Winterurlaub reichen.
Nach dem sandboarden bin ich auf der Suche nach einem kostenlosen Campingplatz auf einen gestoßen, der direkt am Meer liegt und nur mit einem Geländewagen zu erreichen ist. Und glaubt mir, hier kommt man mit einem normalen Auto tatsächlich nicht hin. Selbst mein Auto musste schwer arbeiten, um hierher zu kommen und war dann, als ich endlich an dem markierten Campingbereich angekommen bin ziemlich heißgelaufen. Wenn ich morgen zurückfahre, muss ich wohl doch mal ein bisschen Luft aus den Rädern lassen, damit ich am Strand besser vorankomme. Das wurde mir schon von vielen Australiern gesagt.
Und hier ist das gute Stück:

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Nissan Patrol

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Endlich mobil

In den letzten 2 Wochen ist einiges passiert.
Von dem Tag an, als ich das letzte Mal geschrieben habe, habe ich fast 1 Woche in den Blue Mountains verbracht.
Das Hostel, welches ich mir nach 2maliger Empfehlung dort ausgesucht habe, war echt super. Alle leben wie eine große Familie in einem (fast) normalen Haus. Von 18 Uhr bis 21 Uhr gibt’s ein Elektronikverbot (keine handys, tablets oder laptops) in Wohnzimmer und Küche. Während der Zeit wird dann geredet, getrunken, gespielt usw. Fast jeden Tag macht ein Bewohner des Hostels oder auch der Besitzer Frühstück oder Abendessen und jeder der weil kann für eine kleine Unkostendeckung von 3-4 Dollar mitessen.
Vier Tage bin ich gewandert, immer mit einer relativ großen Gruppe aus dem Hostel. Wunderschöne Routen, die oft sehr anstrengend sind, weil sie hinunter und Tal führen zu Wasserfällen und vielem mehr. Zwei mal war ich unter einem Wasserfall schwimmen. Ein anderes mal sind wir zum „Hanging rock“ gelaufen wo man ganz frei auf einer geschätzt 70 Meter hohen Klippe stehen kann.
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Ach so, um überhaupt zum „Hanging Rock“ zu kommen, muss man zuerst über eine ca. 50-75 cm breite Spalte springen, wo es genau so tief runter geht, wie bei der Klippe selbst.
Einmal haben wir auch an ner ähnlich hohen Klippe „sunset point“ bei Sonnenuntergang alle zusammen gepicknickt.
Die letzten zwei Tage in den Blue Mountains war das Wetter ganz schlecht, weshalb ich ein paar Dinge nicht gesehen habe, die noch sehenswert gewesen wären.

Montag dieser Woche bin ich dann wieder zurück nach Sydney gefahren.
Und jetzt komme ich zu dem Grund für den Titel dieses Artikels:
Seit Donnerstag nämlich bin ich stolzer Besitzer eines (zugegebenermaßen schon etwas in die Jahre gekommenen) Nissan Patrol.
Ich habe schon bevor ich in die blue mountains gefahren bin in Sydney intensiv nach einem Auto gesucht, mir bestimmt 6 Stück angesehen und jetzt endlich eins gekauft.
Heute habe ich dann Hals über Kopf Sydney verlassen, weil ich zum einen keine Lust mehr auf Großstadt hatte und zum anderen auch kein Hostel mehr gebucht hatte.
Also habe ich mich heute noch ein letztes Mal mit dem Verkäufer getroffen, der mir noch ein paar Sachen zum Auto erzählt hat und dann bin ich erst mal zu Ikea, um so n paar Sachen, die man zum im Auto leben braucht, zu besorgen. Jetzt stehe ich hier auf nem kostenlosen Campingplatz in der Nähe von Newcastle (ca. 130 km von sydney weg) und übernachte zum ersten Mal in Australien kostenlos.
Bilder folgen bei Gelegenheit.

Berufsimkerei Albury

Wie ja schon zwei Artikel zuvor erwähnt, habe ich an unserem zweitletzten Wochenende in Corryong zusammen mit Janik und Daniel eine Berufsimkerei in Albury besucht. Ich bin froh, dass die beiden das mitgemacht haben und mit mir zu dem Imker nach Hause gefahren sind. Die Adresse hatte ich von der Website der Imkerei ( http://www.hachibeehoney.com), die Webadresse hatte ich wiederum von einem Glas Honig, das ich in Corryong gekauft habe.

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Honig von Jane und Russel

Wir sind ohne jegliche Vorankündigung zu dem Imker nach Hause gefahren und ich habe einfach geklingelt und gesagt, dass ich Hobbyimker aus Deutschland bin und weiter bin ich gar nicht gekommen. Da hat mich die Frau des Imkers (Jane) schon nach australischer Art ins Haus eingeladen. Ich musste sie sogar kurz bremsen, um sie zu fragen, ob die zwei anderen, die noch im Auto saßen auch mit reinkommen können.
Russel (der eigentliche Imker) hat uns dann allen Bier und Pizza angeboten. Ich habe dann ungefähr ne 3/4 Stunde mit uhm über Bienen geredet. Er hat ca. 1000 Völker, produziert ca. 60 Tonnen Honig im Jahr und verkauft das meiste davon an Abfüller. Er meinte (hoffentlich im Scherz), wenn die Varroa nach Australien kommt, habe er keine Lust mehr zu imkern.
Normalerweise muss er so ungefähr 5 Stunden mit dem LKW zu seinen Bienen fahren und schläft dann auch im LKW.
Weil dieser Sommer aber verhältnismäßig sehr feucht war hatte er aber ausnahmsweise sogar einige Völker nur 10 Minuten Fahrt von seinem Haus entfernt stehen, was mein absolutes Glück war.
Wir sind mit ihm zuerst zu seiner Produktionshalle gefahren, wo ich seine selbst entworfene doppelte Schleuderstraße (zwei Schleudern mit Platz für jeweils um die 120 Rähmchen) bewundern konnte. Alle seine Völker stehen auf Viererpaletten, die er mit einem Avant (geländegängiger Gabelstapler) bewegt.
Nach der Besichtigung der Halle sind wir weiter zu einem seiner Bienenstände, wo wir sogar ein Volk aufgemacht haben. Daniel ist sofort abgehauen und hat sich ins Auto gesetzt. Janik konnte ich aber dazu überreden, Bilder von Russel und mir an den Bienen zu machen (leider alle auf der Spiegelreflexkamera). Russel ist total verstochen worden. Vielleicht muss er einfach noch n bisschen üben 😋, ich hab nämlich nur einen Stich bekommen.
Was mir nicht so gefällt, ist, dass er Plastikwaben verwendet.
Vom Bienenstand sind wir dann wieder zurück gefahren zu seinem Haus, wo ich dann nochmal ca. 1 1/2 Stunden mit ihm geredet habe, weshalb wir später nicht mehr wie geplant ins Aldi einkaufen gehen konnten, weil das dann schon zu hatte.
Russel hat mir auch drei Ausgaben einer australischen Bienenfachzeitschrift mitgegeben und was war das erste was ich schon auf der Titelseite gesehen habe?…
… Ein Artikel über das Varroatoleranzzucht-Programm in Kirchhain.
Zum Abschied hat Jane uns gesagt, falls einer von uns jemals nochmal nach Albury kommt, stünde ihm ihre Tür immer offen und ein Schlafplatz bereit (die Australier eben).
Daniel und Janik haben Russel die ganze Zeit auch interessiert zugehört, haben mir aber hinterher gesagt, dass sie weniger als die Hälfte, von dem was gesagt wurde, verstanden haben. Ich habe dann versucht Klarheit zu schaffen, ich weiß aber nicht mit welchem Erfolg :).

Redback spider

Ich wollte euch mal noch kurz präsentieren, was bisher das giftigste Tier war, das ich in Australien gesehen habe.
Das wäre dann die redback spider (Rotrückenspinne), die aber anscheinend nur im unglücklichsten Falle, nämlich wenn die Atemmuskulatur von ihrem Gift gelähmt wird, tödlich ist.
Ich habe jetzt schon zwei davon gesehen, eine ziemlich verstaubte Version bei der Fabrik und eine direkt bei uns am Haus.

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Redback spider

Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht, noch kein giftigeres Tier gesehen zu haben, zumal die anderen in der Fabrik ne Brownsnake gesehen haben und sogar ne Haut von ihr gefunden haben.

Corryong – Canberra – Sydney – Katoomba

Hallo an alle, die nach dieser langen pause das hier noch lesen.
Ich sitze im Moment im Zug von Sydney  nach Katoomba (Blue Mountains, ca. 2h zugfahrt westlich von sydney). Jetzt fragt ihr euch natürlich, wie ich da hin gekommen bin:
Also ich hänge im Moment ungefähr 5 Stationen in meinem Reisebericht hinterher. Corryong habe ich schon am 9. März zusammen mit Janik und Daniel verlassen. Wir haben bis zu dem Freitag vor unserer abreise voll durchgearbeitet. Dieses Glück werden die Backpacker, die weiterhin in der Fabrik arbeiten nicht haben, denn das Management der Firma hat sich beschwert, dass wir so viele Überstunden gemacht haben, die jetzt an den anderen wieder eingespart werden. Unser Chef hat uns alle Papiere, die wir für die Beantragung unseres zweiten working holiday Visums brauchen unterschrieben und und nen reference letter (ne art Arbeitszeugnis) geschrieben.
Daniel und Janik haben mich bis nach Canberra mitgenommen, wo ich dann in den Zug nach Sydney gestiegen bin.
In Sydney habe ich jetzt wieder 8 Tage in einem ziemlich schönen Hostel gelebt, nette Leute getroffen und mir die Stadt angesehen.
Ich habe das Opera house und die harbour bridge und auch zwei schöne Strände in Sydney gesehen. Weil ich aber nicht wieder so in der Stadt versacken wollte, wie es mir in Melbourne passiert ist, habe ich mir für die nächsten 3 Tage ein Hostel in den Blue Mountains gebucht, um mir den Blue Mountains National Park anzusehen.
So… jetzt seid ihr wenigstens bezüglich meiner geografischen Position nochmal auf dem neuesten Stand.
Ich habe allerdings während der letzten 2 Wochen in Corryong noch ein paar interessante Dinge gemacht. Unter anderem habe ich eine Berufsimkerei in Albury besucht eine Tagestour mit unseren Vermietern unternommen und zum Abschied mit ihnen gegrillt. Über diese Dinge werde ich separat noch berichten, allerdings mit wenig Bildmaterial, weil ich die meisten Bilder mal wieder mit meiner Spiegelreflexkamera gemacht habe.
Das Bild, das ihr oben seht, bekomme ich übrigens ums Verr…cken nicht in ne vertikale Position.