Stromausfall

Wir haben hier in Corryong gerade seit ein paar Stunden Stromausfall, was mich dazu bringt, mal nochmal was in meinen Blog zu schreiben.

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Eigentlich gibt es nicht sonderlich viel zu erzählen. Es hat sich ein gewisser Alltag geformt. Ich arbeite jede Woche zwischen 40 und 48 (außer wahrscheinlich diese Woche, weil wegen dem Stromausfall ne ganze Schicht ausfällt) und hab am Wochenende 1 oder 2 Tage frei.
Aber ich wollte ja noch kurz erzählen, was mit Sander in Sydney passiert ist:
Er hat wohl mit den anderen beiden Janik und Daniel nen kleinen Streit gehabt und ist, nachdem sie alle drei bei einer Verwandten von Daniel, die in Sydney wohnt, übernachtet haben, abgehauen. Er ist dann mit dem FLUGZEUG (weil der Zug ja zu Mainstream gewesen wäre) zurück nach Albury und von dort mit dem Kurier zurück nach Corryong. Der Flug allein hat ihn ca. 190 $ gekostet, aber er war anscheinend früher zu hause als die anderen beiden, obwohl ich ihn erst gesehen habe, als sie dann auch wieder da waren, alles ein bisschen komisch.
Er muss allerdings auch noch im Krankenhaus in Sydney gewesen sein. Er hat nämlich auch irgendwie Polizisten provoziert, die ihm dann anscheinend den Arm auf den Rücken gedreht haben, sodass er zwei Tage nicht mehr arbeiten konnte.
Übrigens, Sander wird uns nächste Woche Montag verlassen, nicht wegen der Sache in Sydney, sondern weil sein Visum diesen Monat abläuft. Wir werden dann voraussichtlich nur noch zu dritt im Haus wohnen, weil der Backpacker, der als Ersatz für Sander kommen wird, wird woanders wohnen.

Ich wollte euch auch kurz noch mal an Hand von Bildern (Senfsamen) veranschaulichen, was wir hier in der Fabrik machen

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Samen vor dem Reinigungsprozess
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Samen nach dem Reinigungsprozess

Neujahrsgrüße

Zunächst einmal ein frohes neues Jahr an alle. Ich habe den Jahreswechsel ziemlich ruhig von statten gehen lassen, was mehrere Gründe hatte:
1. war ich wie so oft in letzter Zeit müde von der Arbeit und habe meine zwei freien Tage zum entspannen genutzt.
2. sind die drei anderen Backpacker, mit denen ich zusammen wohne, zu Silvester nach Sydney gefahren. Sie haben sich dafür extra am Tag davor noch schnell ein neues Auto (Holden Kombi, gebraucht natürlich) gekauft und sind nach ihrer letzten Schicht sofort losgefahren. Die hätten mich auch garantiert mitgenommen, aber die mussten so schon zu dritt in diesem Kombi schlafen, sodass ich wahrscheinlich hätte auf nem Frontsitz schlafen müssen. Außerdem haben sie sich Tickets für eine Party in Sydney gekauft, die jeweils 140 $ gekostet haben, was mir auch einfach zu teuer war, zumal dann noch keine Getränke bezahlt sind.
Das beste war dann, als sie nach Hause gekommen sind – und das hat uns Gesprächsstoff für die letzten zwei Tage geliefert – waren sie einer weniger. Sie haben Sänger (den Niederländer) in Sydney offensichtlich nach einer kleinen Streitigkeit verloren. Sie haben mir immer noch nicht die ganze Geschichte erzählt und ich habe auch Sanders Version noch nicht gehört. Jedenfalls ist Sander dann einen Tag später als die anderen wieder in Corryong (und zwar im Krankenhaus) wieder aufgetaucht. Es geht um gut und er ist inzwischen wieder zurück in unserem Haus, aber was genau passiert ist werde ich wenn überhaupt erst die nächsten Tage erfahren. Jedenfalls hat Sander durch seine Verspätung den Arbeitsplan unseres Chefes, der übrigens gar nicht böse darüber war und das ziemlich locker genommen hat, fürs neue Jahr ersr Mal vollkommen zu Nichte gemacht.
Ab nächster Woche werden Sander und ich dann aber wahrscheinlich zusammen die Nachtschicht übernehmen (Gott sei Dank, da ist es nämlich kühler). Er ist im Moment nämlich nicht sonderlich gut auf die anderen zu sprechen.
In Australien ist es übrigens nicht erlaubt eigene Feuerwerkskörper zu zünden, wegen der hohen Waldbrandgefahr.
Noch kurz zur Arbeit:
Die letzte Schicht war etwas anders als gewöhnlich. Wir haben das Saatgut nämlich nicht in 25 kg Säcke abgefüllt, sondern in 1200 kg Säcke. Das ist deutlich weniger Arbeit, weil man einfach nur abwarten muss, bis sich der Tank mit dem gereinigten Saatgut etwas gefüllt hat, um dann eine Förderschnecke einzuschalten, die das Saatgut in den großen Sack beförderd. Sobald der voll ist, wird er verschlossen, gewogen, beschriftet und ins Lager gefahren. Und obwohl ich das eigentlich alleine gemacht habe hatte ich trotzdem jede Menge Pausen zwischendrin. Leider müssen wir nur 20 Tonnen in diese großen Säcke füllen, sodass die nächste Schicht wieder normal ablaufen wird.

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Leere Paletten, um die Säcke draufzustapeln